Eigenkapital beim Immobilienkauf in der Schweiz: So viel müssen Sie mitbringen

## H1/H2 Outline - **H1: Eigenkapital beim Immobilienkauf in der Schweiz: So viel müssen Sie mitbringen** - **H2: Warum Eigenkapital beim Immobilienkauf so wichtig ist** - **H2: Die 20-Prozent-Regel – das Minimum an Eigenkapital** - **H2: Rechenbeispiel: So viel Eigenkapital brauchen Sie für eine 800'000-Franken-Immobilie** - **H2: Woher kommt das Eigenkapital? Die fünf häufigsten Quellen** - **H3: Sparkonten und Vermögenswerte** - **H3: Vorbezug Säule 3a** - **H3: Vorbezug Pensionskasse (BVG)** - **H3: Schenkungen und Darlehen von Familienmitgliedern** - **H3: Verkauf von Wertschriften oder weiteren Vermögensgegenständen** - **H2: Die zweite Hürde: Tragbarkeit der Immobilie** - **H2: Nebenkosten beim Immobilienkauf – was viele vergessen** - **H2: Tipps, um schneller Eigenkapital aufzubauen** - **H2: Häufige Fehler beim Eigenkapital-Nachweis** - **H2: Fazit – mit dem richtigen Plan zur eigenen Immobilie** - **H2: FAQ – Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Immobilienkauf** --- ## Full Article --- # Eigenkapital beim Immobilienkauf in der Schweiz: So viel müssen Sie mitbringen Der Traum von den eigenen vier Wänden – für viele Menschen in der Schweiz einer der grössten finanziellen Meilensteine im Leben. Doch bevor Sie sich auf die Suche nach der perfekten Wohnung oder dem idealen Haus machen können, steht eine grundlegende Frage im Raum: Wie viel Eigenkapital brauchen Sie wirklich? Und woher nehmen Sie es? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Eigenkapital-Anforderungen beim Immobilienkauf in der Schweiz wissen müssen – mit konkreten Zahlen, Beispielen und praktischen Tipps. --- ## Warum Eigenkapital beim Immobilienkauf so wichtig ist Banken und Hypothekarvermittler vergeben in der Schweiz keine Kredite, die den vollen Kaufpreis abdecken. Der Grund: Die Bank will sichergehen, dass Sie als Käufer ein finanzielles Eigeninteresse an der Immobilie haben. Je mehr Sie selbst investieren, desto geringer ist das Ausfallrisiko für die Bank. Eigenkapital ist deshalb nicht nur eine Formalität – es entscheidet massgeblich darüber, ob Ihr Finanzierungsgesuch bewilligt wird, zu welchem Zinssatz Sie die Hypothek erhalten und wie hoch Ihre monatlichen Kosten ausfallen. Wer mit einem soliden Eigenkapital-Polster kommt, hat deutlich bessere Karten in der Finanzierungsverhandlung. --- ## Die 20-Prozent-Regel – das Minimum an Eigenkapital Die Schweizer Hypothekarbanken folgen einer Faustregel: Sie müssen mindestens **20 Prozent** des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Das sind bei einer Immobilie im Wert von 800'000 Franken genau 160'000 Franken, die Sie aus eigenen Mitteln oder anrechenbaren Quellen nachweisen müssen. Doch Vorsicht: Von diesen 20 Prozent müssen mindestens **10 Prozent «echtes» Eigenkapital** sein – also flüssige Mittel oder Vermögen, das nicht aus der Pensionskasse oder der Säule 3a stammt. Die restlichen 10 Prozent können Sie unter Umständen durch einen Vorbezug aus der Säule 3a oder einen BVG-Vorbezug abdecken. Die folgende Tabelle fasst die Anforderungen zusammen: | Position | Anteil | Beispiel bei 800'000 CHF | |----------|--------|-------------------------| | Mindest-Eigenkapital gesamt | 20 % | 160'000 CHF | | Davon «echte» Eigenmittel | Min. 10 % | 80'000 CHF | | Davon aus 3a / BVG möglich | Max. 10 % | 80'000 CHF | | Maximale Hypothek (1. + 2.) | Max. 80 % | 640'000 CHF | Einige Banken verlangen inzwischen sogar bis zu 25 Prozent Eigenkapital, insbesondere bei selbstgenutztem Wohneigentum in hochpreisigen Regionen wie Zürich, Genf oder Zug. Lassen Sie sich vor der konkreten Finanzierungsanfrage von einem unabhängigen Hypothekarberater durchrechnen, welche Konditionen für Ihre Situation realistisch sind. --- ## Rechenbeispiel: So viel Eigenkapital brauchen Sie für eine 800'000-Franken-Immobilie Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Sie möchten eine Eigentumswohnung im Wert von 800'000 Franken kaufen. Hier eine Aufstellung, wie die Rechnung aussieht: **Kaufpreis:** 800'000 CHF **Erforderliches Eigenkapital (20 %):** 160'000 CHF - Eigenes Sparvermögen: 90'000 CHF (11,25 %) - Vorbezug Säule 3a: 70'000 CHF (8,75 %) **Hypothek (80 %):** 640'000 CHF - 1. Hypothek (ca. 65 % = 520'000 CHF) - 2. Hypothek (ca. 15 % = 120'000 CHF) **Zusätzlich benötigte Eigenmittel für Nebenkosten:** ca. 35'000–50'000 CHF Trotz der 160'000 Franken Eigenkapital kommen also noch einmal 35'000 bis 50'000 Franken für die Kaufnebenkosten hinzu. Diese müssen Sie ebenfalls aus eigenen Mitteln finanzieren – die Bank finanziert diese Kosten in der Regel nicht mit. --- ## Woher kommt das Eigenkapital? Die fünf häufigsten Quellen ### Sparkonten und Vermögenswerte Der klassischste Weg: Erspartes auf dem Sparkonto, Festgeld oder Wertschriftendepots. Diese Gelder gelten als «echte» Eigenmittel und werden von den Banken am höchsten bewertet. Je höher dieser Anteil ist, desto besser sind in der Regel Ihre Hypothekarkonditionen. ### Vorbezug Säule 3a Die Säule 3a ist eine der beliebtesten Quellen für Eigenkapital beim Immobilienkauf. Sie können Ihre einbezahlten 3a-Gelder für den Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum vorbeziehen. Der grosse Vorteil: Die Bezüge unterliegen einer reduzierten Steuerbelastung, weil sie aus steuerbefreiten Beiträgen stammen. Wichtig ist, dass der Vorbezug nur für selbstgenutztes Wohneigentum möglich ist – nicht für Renditeimmobilien. ### Vorbezug Pensionskasse (BVG) Auch aus der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse / BVG) können Sie Gelder für den Immobilienkauf vorbeziehen – allerdings mit einem Haken: Der Vorbezug reduziert Ihre zukünftigen Rentenansprüche dauerhaft. Prüfen Sie deshalb genau, ob sich dieser Schritt für Ihre persönliche Altersvorsorge lohnt. Ein BVG-Vorbezug ist maximal bis zur Höhe des Freizügigkeitsguthabens möglich und ist ebenfalls nur für selbstgenutztes Wohneigentum zulässig. ### Schenkungen und Darlehen von Familienmitgliedern Gerade in Zeiten hoher Immobilienpreise greifen viele junge Käufer auf finanzielle Unterstützung der Eltern zurück. Die Bank akzeptiert Schenkungen als Eigenkapital, sofern diese rechtsgültig dokumentiert sind. Mögliche Konstrukte sind: - **Schenkung** mit Schenkungsvertrag (steuerfrei bis zur Freigrenze, je nach Kanton) - **Darlehen** mit schriftlichem Darlehensvertrag - **Erbvorbezug** – vorzeitige Auszahlung des Erbteils Achtung: Die Bank verlangt in der Regel den Nachweis, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden muss (bei Schenkungen) oder dass die Rückzahlung aus zumutbarem Einkommen möglich ist (bei Darlehen). ### Verkauf von Wertschriften oder weiteren Vermögensgegenständen Aktien, Fonds, Edelmetalle oder sogar Fahrzeuge – grundsätzlich können Sie alle verwertbaren Vermögenswerte liquidieren und als Eigenkapital einsetzen. Der Haken: Verkaufen Sie Wertschriften mit Gewinn, fällt darauf die Verrechnungssteuer beziehungsweise die Einkommenssteuer an. Planen Sie solche Verkäufe rechtzeitig und lassen Sie sich steuerlich beraten. --- ## Die zweite Hürde: Tragbarkeit der Immobilie Neben dem Eigenkapital prüft die Bank auch die **Tragbarkeit** – also ob Sie die laufenden Kosten der Immobilie langfristig stemmen können. Die Faustregel: Die jährlichen Wohnkosten (Hypothekarzinsen, Amortisation der 2. Hypothek und Nebenkosten) sollten maximal **33 Prozent Ihres Bruttoeinkommens** betragen. Ein Beispiel: Bei einem Bruttoeinkommen von 120'000 CHF pro Jahr dürften die jährlichen Wohnkosten 39'600 CHF nicht übersteigen. Bei einer Hypothek von 640'000 CHF zu 2 Prozent Zins (12'800 CHF) plus Amortisation von 1 Prozent auf die 2. Hypothek (1'200 CHF) plus Nebenkosten von rund 7'200 Franken bleiben Sie mit rund 21'200 CHF unter der Grenze. Allerdings rechnen Banken oft mit einem **kalkulatorischen Zins von 4 bis 5 Prozent**, um Zinserhöhungen abzufedern. Das kann die Rechnung deutlich verändern. Planen Sie die Tragbarkeit konservativ – rechnen Sie nicht mit den aktuellen Tiefstzinsen, sondern mit einem realistischen Langzeit-Mittelwert. --- ## Nebenkosten beim Immobilienkauf – was viele vergessen Ein häufiger Fehler: Käufer konzentrieren sich nur auf den Kaufpreis und vergessen die zusätzlichen Kosten, die beim Immobilienerwerb in der Schweiz anfallen. Diese Nebenkosten betragen je nach Kanton und Objekt **3 bis 7 Prozent des Kaufpreises** und müssen aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Die wichtigsten Positionen im Überblick: | Kostenart | Typische Höhe | |-----------|--------------| | Notariats- und Grundbuchgebühren | 0,5–1,0 % des Kaufpreises | | Handänderungssteuer | 1–3 % (kantonal unterschiedlich; entfällt z. B. in Luzern) | | Grundbuchanmeldung | 0,1–0,3 % | | Schätzung / Gutachten (falls nötig) | 1'000–3'000 CHF pauschal | | Maklergebühren (beim Kauf) | 1–3 % (in vielen Kantonen trägt sie der Verkäufer) | | Umzugskosten | 2'000–5'000 CHF | | Renovations- oder Ausbaureserve | 5'000–20'000 CHF (empfohlen) | Bei einer Immobilie für 800'000 CHF sollten Sie mit Nebenkosten von rund **30'000 bis 55'000 CHF** rechnen. Achten Sie darauf, diese Position in Ihrer Finanzplanung zu berücksichtigen. --- ## Tipps, um schneller Eigenkapital aufzubauen Wenn Sie noch nicht genug Eigenkapital haben, sind hier fünf konkrete Strategien, um Ihr Polster schneller zu füllen: 1. **Säule 3a laufend maximieren** – Zahlen Sie jedes Jahr den Maximalbetrag in die Säule 3a ein (2026: 7'258 CHF mit PK, bzw. 36'288 CHF ohne PK). So sparen Sie Steuern und bauen gleichzeitig Kapital für den Hauskauf auf. 2. **Wohngemeinschaft oder günstiger wohnen** – Reduzieren Sie Ihre Miete für 2–3 Jahre massiv. Jeder Franken, den Sie weniger fürs Wohnen ausgeben, kann direkt ins Eigenkapital fliessen. 3. **Steuerrückerstattung als Eigenkapital nutzen** – Verwenden Sie Steuergutschriften und -rückzahlungen nicht für Konsum, sondern legen Sie sie konsequent für die Immobilie zurück. 4. **Nebeneinkommen aufbauen** – Ein 10-Prozent-Pensum mehr steigert nicht nur Ihr Einkommen, sondern verbessert auch die Tragbarkeitsrechnung der Bank. 5. **Freibeträge und Geschenke von Eltern prüfen** – In vielen Kantonen können Eltern Kindern steuerfreie Beträge bis zur Freigrenze schenken. Lassen Sie sich von einer Steuerberatung zu den Möglichkeiten in Ihrem Kanton informieren. --- ## Häufige Fehler beim Eigenkapital-Nachweis **Fehler 1: Nicht dokumentierte Geldquellen** Bareinzahlungen auf dem Konto, die nicht nachvollziehbar sind, akzeptiert die Bank nicht als Eigenkapital. Führen Sie Buch über jede Einzahlung und halten Sie Nachweise bereit. **Fehler 2: Zu optimistische Tragbarkeitsrechnung** Die Bank rechnet konservativ. Werden Sie nicht überrascht, wenn Ihr Wunschkredit abgelehnt wird, weil die Bank höhere Zinsen unterstellt. Lassen Sie vor der Objektsuche eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung einholen. **Fehler 3: Nebenkosten unterschätzen** Wie oben gezeigt, kommen schnell 30'000 Franken oder mehr an Nebenkosten zusammen. Planen Sie diese von Anfang an mit ein. **Fehler 4: Den BVG-Vorbezug zu leichtfertig wählen** Ein BVG-Vorbezug reduziert Ihre Rente dauerhaft. Holen Sie eine Rentenprognose ein, bevor Sie diesen Weg wählen, und prüfen Sie Alternativen wie den 3a-Vorbezug oder eine Schenkung. **Fehler 5: Keine unabhängige Beratung einholen** Viele Käufer gehen direkt zu ihrer Hausbank. Ein unabhängiger Hypothekarvermittler vergleicht Dutzende Angebote und kann Ihnen oft bessere Konditionen verschaffen – bei gleichem Eigenkapital. --- ## Fazit – mit dem richtigen Plan zur eigenen Immobilie Der Weg zur eigenen Immobilie in der Schweiz beginnt nicht mit der Besichtigung, sondern mit der ehrlichen Analyse Ihrer finanziellen Situation. Mindestens 20 Prozent Eigenkapital, davon 10 Prozent aus echten Mitteln, plus die Nebenkosten – das ist die Grundformel, die Sie kennen müssen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto entspannter wird der gesamte Kaufprozess. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Säule 3a, prüfen Sie die Unterstützung durch Ihre Familie und lassen Sie sich von unabhängigen Fachleuten beraten. Mit dem richtigen Plan und realistischen Zahlen steht dem Schritt ins Wohneigentum nichts mehr im Weg. --- ## FAQ – Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Immobilienkauf **Frage: Kann ich eine Immobilie ohne Eigenkapital kaufen?** In der Schweiz ist der Immobilienkauf ohne Eigenkapital praktisch nicht möglich. Die Banken verlangen gesetzlich mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Eine Vollfinanzierung wird nicht bewilligt. **Frage: Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung in Zürich?** In Zürich und anderen teuren Städten können die Preise pro Quadratmeter bei 12'000 bis 18'000 CHF liegen. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung – etwa 1,2 Millionen CHF – benötigen Sie mindestens 240'000 CHF Eigenkapital plus rund 50'000–80'000 CHF Nebenkosten. **Frage: Wird die Säule 3a als volles Eigenkapital anerkannt?** Die Säule 3a wird als Eigenkapital anerkannt, zählt aber zu den 10 Prozent, die nicht aus «echten» Eigenmitteln stammen müssen. Für die restlichen 10 Prozent brauchen Sie trotzdem eigenes Sparkapital oder Vermögen. **Frage: Wie lange dauert der Vorbezug aus der Säule 3a?** Der Vorbezug aus der Säule 3a dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Reichen Sie den Antrag rechtzeitig ein, sobald der Kaufvertrag unterzeichnet ist. **Frage: Kann ich die 2. Hypothek amortisieren oder nicht?** Seit 2020 müssen Immobilienkäufer die 2. Hypothek (den Teil zwischen 65 und 80 Prozent des Kaufpreises) innerhalb von 15 Jahren oder bis zum Pensionsalter amortisieren. Die 1. Hypothek muss nicht amortisiert werden. Wichtig: Die Amortisationszahlungen fliessen in die Tragbarkeitsrechnung ein. **Frage: Zählt eine Bürgschaft als Eigenkapital?** Nein, eine Bürgschaft allein ersetzt kein Eigenkapital. Die Bank verlangt, dass Sie tatsächlich über die Mittel verfügen oder rechtlich darüber verfügen können. Eine Schenkung zählt hingegen. **Frage: Was passiert, wenn ich die Tragbarkeit nicht erfülle?** Wenn die monatlichen Kosten Ihr Budget übersteigen, wird die Bank den Kredit nicht bewilligen. In diesem Fall müssen Sie entweder mehr Eigenkapital einbringen (um die Hypothek zu senken), ein günstigeres Objekt suchen oder die Finanzierung mit Co-Käufern teilen. --- *Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Die konkrete Eigenkapitalanforderung kann je nach Kanton, Bank und individueller Situation abweichen. Lassen Sie sich von einer unabhängigen Hypothekarberatung durchrechnen, welche Finanzierung für Ihre Situation optimal ist.*
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## H1/H2 Outline - **H1: Eigenkapital beim Immobilienkauf in der Schweiz: So viel müssen Sie mitbringen** - **H2: Warum Eigenkapital beim Immobilienkauf so wichtig ist** - **H2: Die 20-Prozent-Regel – das Minimum an Eigenkapital** - **H2: Rechenbeispiel: So viel Eigenkapital brauchen Sie für eine 800'000-Franken-Immobilie** - **H2: Woher kommt das Eigenkapital? Die fünf häufigsten Quellen** - **H3: Sparkonten und Vermögenswerte** - **H3: Vorbezug Säule 3a** - **H3: Vorbezug Pensionskasse (BVG)** - **H3: Schenkungen und Darlehen von Familienmitgliedern** - **H3: Verkauf von Wertschriften oder weiteren Vermögensgegenständen** - **H2: Die zweite Hürde: Tragbarkeit der Immobilie** - **H2: Nebenkosten beim Immobilienkauf – was viele vergessen** - **H2: Tipps, um schneller Eigenkapital aufzubauen** - **H2: Häufige Fehler beim Eigenkapital-Nachweis** - **H2: Fazit – mit dem richtigen Plan zur eigenen Immobilie** - **H2: FAQ – Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Immobilienkauf** --- ## Full Article --- # Eigenkapital beim Immobilienkauf in der Schweiz: So viel müssen Sie mitbringen Der Traum von den eigenen vier Wänden – für viele Menschen in der Schweiz einer der grössten finanziellen Meilensteine im Leben. Doch bevor Sie sich auf die Suche nach der perfekten Wohnung oder dem idealen Haus machen können, steht eine grundlegende Frage im Raum: Wie viel Eigenkapital brauchen Sie wirklich? Und woher nehmen Sie es? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Eigenkapital-Anforderungen beim Immobilienkauf in der Schweiz wissen müssen – mit konkreten Zahlen, Beispielen und praktischen Tipps. --- ## Warum Eigenkapital beim Immobilienkauf so wichtig ist Banken und Hypothekarvermittler vergeben in der Schweiz keine Kredite, die den vollen Kaufpreis abdecken. Der Grund: Die Bank will sichergehen, dass Sie als Käufer ein finanzielles Eigeninteresse an der Immobilie haben. Je mehr Sie selbst investieren, desto geringer ist das Ausfallrisiko für die Bank. Eigenkapital ist deshalb nicht nur eine Formalität – es entscheidet massgeblich darüber, ob Ihr Finanzierungsgesuch bewilligt wird, zu welchem Zinssatz Sie die Hypothek erhalten und wie hoch Ihre monatlichen Kosten ausfallen. Wer mit einem soliden Eigenkapital-Polster kommt, hat deutlich bessere Karten in der Finanzierungsverhandlung. --- ## Die 20-Prozent-Regel – das Minimum an Eigenkapital Die Schweizer Hypothekarbanken folgen einer Faustregel: Sie müssen mindestens **20 Prozent** des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Das sind bei einer Immobilie im Wert von 800'000 Franken genau 160'000 Franken, die Sie aus eigenen Mitteln oder anrechenbaren Quellen nachweisen müssen. Doch Vorsicht: Von diesen 20 Prozent müssen mindestens **10 Prozent «echtes» Eigenkapital** sein – also flüssige Mittel oder Vermögen, das nicht aus der Pensionskasse oder der Säule 3a stammt. Die restlichen 10 Prozent können Sie unter Umständen durch einen Vorbezug aus der Säule 3a oder einen BVG-Vorbezug abdecken. Die folgende Tabelle fasst die Anforderungen zusammen: | Position | Anteil | Beispiel bei 800'000 CHF | |----------|--------|-------------------------| | Mindest-Eigenkapital gesamt | 20 % | 160'000 CHF | | Davon «echte» Eigenmittel | Min. 10 % | 80'000 CHF | | Davon aus 3a / BVG möglich | Max. 10 % | 80'000 CHF | | Maximale Hypothek (1. + 2.) | Max. 80 % | 640'000 CHF | Einige Banken verlangen inzwischen sogar bis zu 25 Prozent Eigenkapital, insbesondere bei selbstgenutztem Wohneigentum in hochpreisigen Regionen wie Zürich, Genf oder Zug. Lassen Sie sich vor der konkreten Finanzierungsanfrage von einem unabhängigen Hypothekarberater durchrechnen, welche Konditionen für Ihre Situation realistisch sind. --- ## Rechenbeispiel: So viel Eigenkapital brauchen Sie für eine 800'000-Franken-Immobilie Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Sie möchten eine Eigentumswohnung im Wert von 800'000 Franken kaufen. Hier eine Aufstellung, wie die Rechnung aussieht: **Kaufpreis:** 800'000 CHF **Erforderliches Eigenkapital (20 %):** 160'000 CHF - Eigenes Sparvermögen: 90'000 CHF (11,25 %) - Vorbezug Säule 3a: 70'000 CHF (8,75 %) **Hypothek (80 %):** 640'000 CHF - 1. Hypothek (ca. 65 % = 520'000 CHF) - 2. Hypothek (ca. 15 % = 120'000 CHF) **Zusätzlich benötigte Eigenmittel für Nebenkosten:** ca. 35'000–50'000 CHF Trotz der 160'000 Franken Eigenkapital kommen also noch einmal 35'000 bis 50'000 Franken für die Kaufnebenkosten hinzu. Diese müssen Sie ebenfalls aus eigenen Mitteln finanzieren – die Bank finanziert diese Kosten in der Regel nicht mit. --- ## Woher kommt das Eigenkapital? Die fünf häufigsten Quellen ### Sparkonten und Vermögenswerte Der klassischste Weg: Erspartes auf dem Sparkonto, Festgeld oder Wertschriftendepots. Diese Gelder gelten als «echte» Eigenmittel und werden von den Banken am höchsten bewertet. Je höher dieser Anteil ist, desto besser sind in der Regel Ihre Hypothekarkonditionen. ### Vorbezug Säule 3a Die Säule 3a ist eine der beliebtesten Quellen für Eigenkapital beim Immobilienkauf. Sie können Ihre einbezahlten 3a-Gelder für den Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum vorbeziehen. Der grosse Vorteil: Die Bezüge unterliegen einer reduzierten Steuerbelastung, weil sie aus steuerbefreiten Beiträgen stammen. Wichtig ist, dass der Vorbezug nur für selbstgenutztes Wohneigentum möglich ist – nicht für Renditeimmobilien. ### Vorbezug Pensionskasse (BVG) Auch aus der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse / BVG) können Sie Gelder für den Immobilienkauf vorbeziehen – allerdings mit einem Haken: Der Vorbezug reduziert Ihre zukünftigen Rentenansprüche dauerhaft. Prüfen Sie deshalb genau, ob sich dieser Schritt für Ihre persönliche Altersvorsorge lohnt. Ein BVG-Vorbezug ist maximal bis zur Höhe des Freizügigkeitsguthabens möglich und ist ebenfalls nur für selbstgenutztes Wohneigentum zulässig. ### Schenkungen und Darlehen von Familienmitgliedern Gerade in Zeiten hoher Immobilienpreise greifen viele junge Käufer auf finanzielle Unterstützung der Eltern zurück. Die Bank akzeptiert Schenkungen als Eigenkapital, sofern diese rechtsgültig dokumentiert sind. Mögliche Konstrukte sind: - **Schenkung** mit Schenkungsvertrag (steuerfrei bis zur Freigrenze, je nach Kanton) - **Darlehen** mit schriftlichem Darlehensvertrag - **Erbvorbezug** – vorzeitige Auszahlung des Erbteils Achtung: Die Bank verlangt in der Regel den Nachweis, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden muss (bei Schenkungen) oder dass die Rückzahlung aus zumutbarem Einkommen möglich ist (bei Darlehen). ### Verkauf von Wertschriften oder weiteren Vermögensgegenständen Aktien, Fonds, Edelmetalle oder sogar Fahrzeuge – grundsätzlich können Sie alle verwertbaren Vermögenswerte liquidieren und als Eigenkapital einsetzen. Der Haken: Verkaufen Sie Wertschriften mit Gewinn, fällt darauf die Verrechnungssteuer beziehungsweise die Einkommenssteuer an. Planen Sie solche Verkäufe rechtzeitig und lassen Sie sich steuerlich beraten. --- ## Die zweite Hürde: Tragbarkeit der Immobilie Neben dem Eigenkapital prüft die Bank auch die **Tragbarkeit** – also ob Sie die laufenden Kosten der Immobilie langfristig stemmen können. Die Faustregel: Die jährlichen Wohnkosten (Hypothekarzinsen, Amortisation der 2. Hypothek und Nebenkosten) sollten maximal **33 Prozent Ihres Bruttoeinkommens** betragen. Ein Beispiel: Bei einem Bruttoeinkommen von 120'000 CHF pro Jahr dürften die jährlichen Wohnkosten 39'600 CHF nicht übersteigen. Bei einer Hypothek von 640'000 CHF zu 2 Prozent Zins (12'800 CHF) plus Amortisation von 1 Prozent auf die 2. Hypothek (1'200 CHF) plus Nebenkosten von rund 7'200 Franken bleiben Sie mit rund 21'200 CHF unter der Grenze. Allerdings rechnen Banken oft mit einem **kalkulatorischen Zins von 4 bis 5 Prozent**, um Zinserhöhungen abzufedern. Das kann die Rechnung deutlich verändern. Planen Sie die Tragbarkeit konservativ – rechnen Sie nicht mit den aktuellen Tiefstzinsen, sondern mit einem realistischen Langzeit-Mittelwert. --- ## Nebenkosten beim Immobilienkauf – was viele vergessen Ein häufiger Fehler: Käufer konzentrieren sich nur auf den Kaufpreis und vergessen die zusätzlichen Kosten, die beim Immobilienerwerb in der Schweiz anfallen. Diese Nebenkosten betragen je nach Kanton und Objekt **3 bis 7 Prozent des Kaufpreises** und müssen aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Die wichtigsten Positionen im Überblick: | Kostenart | Typische Höhe | |-----------|--------------| | Notariats- und Grundbuchgebühren | 0,5–1,0 % des Kaufpreises | | Handänderungssteuer | 1–3 % (kantonal unterschiedlich; entfällt z. B. in Luzern) | | Grundbuchanmeldung | 0,1–0,3 % | | Schätzung / Gutachten (falls nötig) | 1'000–3'000 CHF pauschal | | Maklergebühren (beim Kauf) | 1–3 % (in vielen Kantonen trägt sie der Verkäufer) | | Umzugskosten | 2'000–5'000 CHF | | Renovations- oder Ausbaureserve | 5'000–20'000 CHF (empfohlen) | Bei einer Immobilie für 800'000 CHF sollten Sie mit Nebenkosten von rund **30'000 bis 55'000 CHF** rechnen. Achten Sie darauf, diese Position in Ihrer Finanzplanung zu berücksichtigen. --- ## Tipps, um schneller Eigenkapital aufzubauen Wenn Sie noch nicht genug Eigenkapital haben, sind hier fünf konkrete Strategien, um Ihr Polster schneller zu füllen: 1. **Säule 3a laufend maximieren** – Zahlen Sie jedes Jahr den Maximalbetrag in die Säule 3a ein (2026: 7'258 CHF mit PK, bzw. 36'288 CHF ohne PK). So sparen Sie Steuern und bauen gleichzeitig Kapital für den Hauskauf auf. 2. **Wohngemeinschaft oder günstiger wohnen** – Reduzieren Sie Ihre Miete für 2–3 Jahre massiv. Jeder Franken, den Sie weniger fürs Wohnen ausgeben, kann direkt ins Eigenkapital fliessen. 3. **Steuerrückerstattung als Eigenkapital nutzen** – Verwenden Sie Steuergutschriften und -rückzahlungen nicht für Konsum, sondern legen Sie sie konsequent für die Immobilie zurück. 4. **Nebeneinkommen aufbauen** – Ein 10-Prozent-Pensum mehr steigert nicht nur Ihr Einkommen, sondern verbessert auch die Tragbarkeitsrechnung der Bank. 5. **Freibeträge und Geschenke von Eltern prüfen** – In vielen Kantonen können Eltern Kindern steuerfreie Beträge bis zur Freigrenze schenken. Lassen Sie sich von einer Steuerberatung zu den Möglichkeiten in Ihrem Kanton informieren. --- ## Häufige Fehler beim Eigenkapital-Nachweis **Fehler 1: Nicht dokumentierte Geldquellen** Bareinzahlungen auf dem Konto, die nicht nachvollziehbar sind, akzeptiert die Bank nicht als Eigenkapital. Führen Sie Buch über jede Einzahlung und halten Sie Nachweise bereit. **Fehler 2: Zu optimistische Tragbarkeitsrechnung** Die Bank rechnet konservativ. Werden Sie nicht überrascht, wenn Ihr Wunschkredit abgelehnt wird, weil die Bank höhere Zinsen unterstellt. Lassen Sie vor der Objektsuche eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung einholen. **Fehler 3: Nebenkosten unterschätzen** Wie oben gezeigt, kommen schnell 30'000 Franken oder mehr an Nebenkosten zusammen. Planen Sie diese von Anfang an mit ein. **Fehler 4: Den BVG-Vorbezug zu leichtfertig wählen** Ein BVG-Vorbezug reduziert Ihre Rente dauerhaft. Holen Sie eine Rentenprognose ein, bevor Sie diesen Weg wählen, und prüfen Sie Alternativen wie den 3a-Vorbezug oder eine Schenkung. **Fehler 5: Keine unabhängige Beratung einholen** Viele Käufer gehen direkt zu ihrer Hausbank. Ein unabhängiger Hypothekarvermittler vergleicht Dutzende Angebote und kann Ihnen oft bessere Konditionen verschaffen – bei gleichem Eigenkapital. --- ## Fazit – mit dem richtigen Plan zur eigenen Immobilie Der Weg zur eigenen Immobilie in der Schweiz beginnt nicht mit der Besichtigung, sondern mit der ehrlichen Analyse Ihrer finanziellen Situation. Mindestens 20 Prozent Eigenkapital, davon 10 Prozent aus echten Mitteln, plus die Nebenkosten – das ist die Grundformel, die Sie kennen müssen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto entspannter wird der gesamte Kaufprozess. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Säule 3a, prüfen Sie die Unterstützung durch Ihre Familie und lassen Sie sich von unabhängigen Fachleuten beraten. Mit dem richtigen Plan und realistischen Zahlen steht dem Schritt ins Wohneigentum nichts mehr im Weg. --- ## FAQ – Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Immobilienkauf **Frage: Kann ich eine Immobilie ohne Eigenkapital kaufen?** In der Schweiz ist der Immobilienkauf ohne Eigenkapital praktisch nicht möglich. Die Banken verlangen gesetzlich mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Eine Vollfinanzierung wird nicht bewilligt. **Frage: Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung in Zürich?** In Zürich und anderen teuren Städten können die Preise pro Quadratmeter bei 12'000 bis 18'000 CHF liegen. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung – etwa 1,2 Millionen CHF – benötigen Sie mindestens 240'000 CHF Eigenkapital plus rund 50'000–80'000 CHF Nebenkosten. **Frage: Wird die Säule 3a als volles Eigenkapital anerkannt?** Die Säule 3a wird als Eigenkapital anerkannt, zählt aber zu den 10 Prozent, die nicht aus «echten» Eigenmitteln stammen müssen. Für die restlichen 10 Prozent brauchen Sie trotzdem eigenes Sparkapital oder Vermögen. **Frage: Wie lange dauert der Vorbezug aus der Säule 3a?** Der Vorbezug aus der Säule 3a dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Reichen Sie den Antrag rechtzeitig ein, sobald der Kaufvertrag unterzeichnet ist. **Frage: Kann ich die 2. Hypothek amortisieren oder nicht?** Seit 2020 müssen Immobilienkäufer die 2. Hypothek (den Teil zwischen 65 und 80 Prozent des Kaufpreises) innerhalb von 15 Jahren oder bis zum Pensionsalter amortisieren. Die 1. Hypothek muss nicht amortisiert werden. Wichtig: Die Amortisationszahlungen fliessen in die Tragbarkeitsrechnung ein. **Frage: Zählt eine Bürgschaft als Eigenkapital?** Nein, eine Bürgschaft allein ersetzt kein Eigenkapital. Die Bank verlangt, dass Sie tatsächlich über die Mittel verfügen oder rechtlich darüber verfügen können. Eine Schenkung zählt hingegen. **Frage: Was passiert, wenn ich die Tragbarkeit nicht erfülle?** Wenn die monatlichen Kosten Ihr Budget übersteigen, wird die Bank den Kredit nicht bewilligen. In diesem Fall müssen Sie entweder mehr Eigenkapital einbringen (um die Hypothek zu senken), ein günstigeres Objekt suchen oder die Finanzierung mit Co-Käufern teilen. --- *Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Die konkrete Eigenkapitalanforderung kann je nach Kanton, Bank und individueller Situation abweichen. Lassen Sie sich von einer unabhängigen Hypothekarberatung durchrechnen, welche Finanzierung für Ihre Situation optimal ist.*