Immobilien in den Niederlanden kaufen – Ratgeber 2026 für Schweizer
Immobilien in den Niederlanden kaufen: Ratgeber 2026 für Schweizer Immer mehr Schweizer schauen beim Immobilienkauf über die Landesgrenze hinaus. Die
Immobilien in den Niederlanden kaufen: Ratgeber 2026 für Schweizer
Immer mehr Schweizer schauen beim Immobilienkauf über die Landesgrenze hinaus. Die Niederlande rücken dabei zunehmend in den Fokus – kurze Flugdistanz (Zürich–Amsterdam in 90 Minuten), stabile Rechtsordnung und ein transparenter Immobilienmarkt machen das Land attraktiv. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf Sie als Käufer aus der Schweiz achten müssen.
Vorab: Falls Sie auch andere Länder in Betracht ziehen, lesen Sie unseren Leitfaden zu Auslandsimmobilien kaufen oder die Übersicht zu Immobilien kaufen im Ausland.
1. Warum die Niederlande? – Der Immobilienmarkt für ausländische Käufer
Der niederländische Immobilienmarkt ist bekannt für seine Stabilität und Transparenz. Die Preise sind in den letzten Jahren gestiegen, liegen aber – vor allem ausserhalb der Grossstädte – noch deutlich unter dem Schweizer Niveau.
Was den Markt besonders macht:- Keine Einschränkungen für Ausländer – Im Gegensatz zu manchen anderen EU-Ländern gibt es keine Sondergenehmigungen
- Transparente Preisgestaltung – Der Kadaster (Grundbuch) erfasst alle Kaufpreise öffentlich
- Gute Finanzierungsbedingungen – Hypothekenzinsen liegen aktuell zwischen 3,5 % und 4,5 %
- Steigende Nachfrage – Besonders in Randstad-Regionen (Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, Den Haag)
Ein aktueller Marktüberblick zeigt: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Amsterdam liegt bei etwa 6.500 €, in Rotterdam bei 4.200 € und in Groningen bei rund 3.000 €. Zum Vergleich: In Zürich zahlen Sie schnell das Doppelte bis Dreifache.
2. Rechtslage: Dürfen Schweizer in den Niederlanden Immobilien kaufen?
Ja – und zwar ohne besondere Hürden. Seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs sind Schweizer Staatsangehörige für den niederländischen Markt sogar besser gestellt als Briten. Die Niederlande erheben keine Sondersteuern oder -genehmigungen für Käufer aus Nicht-EU-Staaten.
Wichtig für Schweizer Käufer:- Sie brauchen keine niederländische Aufenthaltserlaubnis, um eine Immobilie zu kaufen
- Der Kaufvertrag muss vor einem niederländischen Notar (notaris) abgeschlossen werden
- Die niederländische Sprache ist zwar üblich, aber viele Notare arbeiten mit englischen oder deutschen Übersetzungen – fragen Sie frühzeitig danach
- Eine BSN (Bürgerservicenummer) – vergleichbar mit der AHV-Nummer – wird für den Kauf empfohlen, ist aber nicht zwingend erforderlich
Tipp: Die Schweizer Botschaft in Den Haag bietet eine Liste mit mehrsprachigen Anwälten und Notaren. Nutzen Sie dieses Netzwerk – es erspart Ihnen böse Überraschungen. Kontakt Schweizer Botschaft Den Haag
3. Kosten und Steuern – Was Sie als Käufer einplanen müssen
Die Nebenkosten beim Immobilienkauf in den Niederlanden unterscheiden sich von denen in der Schweiz. Hier die wichtigsten Positionen:
Übertragungssteuer (Overdrachtsbelasting)
- Wohnimmobilien: 2 % des Kaufpreises (Stand 2026)
- Gewerbeimmobilien: 8,4 % des Kaufpreises
- Befreiung möglich: Für Käufer unter 35 Jahren, die eine selbstgenutzte Wohnung bis 440.000 € kaufen – entfällt die Steuer ganz
Notargebühren (Notariskosten)
- Zwischen 500 € und 1.500 €, abhängig von Komplexität und Kaufpreis
- Der Notar prüft Eigentumsverhältnisse, erstellt den Kaufvertrag und trägt Sie ins Grundbuch ein
Grundbucheintrag (Kadasterkosten)
- Rund 80 € für die Eintragung ins niederländische Grundbuch
Maklerprovision (Makelaarscourtage)
- Üblich sind 1–2 % des Kaufpreises zzgl. 21 % MwSt.
- Viele Verkäufer haben bereits einen Makler – dann zahlen Sie als Käufer oft keine eigene Provision
Weitere Kosten
- Finanzierungs-/Hypothekenberatung: 1.000–3.000 €
- Technische Prüfung (Bouwkundige Keuring): 400–800 €
- Übersetzungskosten (falls nötig): 200–500 €
- Reisekosten: Je nach Anzahl Besichtigungen
Kostenschätzung für eine 300.000 €-Wohnung
| Posten | Betrag |
| Kaufpreis | 300.000 € |
| Übertragungssteuer (2 %) | 6.000 € |
| Notar | 1.200 € |
| Makler (eigener, 1,5 %) | 4.500 € |
| Technische Prüfung | 600 € |
| Grundbucheintrag | 80 € |
| Total Nebenkosten | ca. 12.380 € |
4. Finanzierung – Hypothek aus der Schweiz oder den Niederlanden?
Das ist eine der zentralen Fragen für Schweizer Käufer. Grundsätzlich gibt es zwei Wege:
Variante A: Hypothek in den Niederlanden
- Einige niederländische Banken vergeben Hypotheken an Schweizer Staatsbürger
- Voraussetzung: geregeltes Einkommen und ausreichend Eigenkapital (oft 20–30 %)
- Zinssatz: aktuell 3,5–4,5 % (Stand Mitte 2026)
- Zinsbindung: üblich sind 5, 10 oder 20 Jahre fest
Variante B: Hypothek in der Schweiz
- Schweizer Banken finanzieren Auslandsimmobilien nur in Ausnahmefällen
- Und zwar dann, wenn die Immobilie als Ferienobjekt dient oder ausreichend Sicherheiten in der Schweiz bestehen
- Zinssätze liegen tendenziell höher (ab 4 %)
Variante C: Mischfinanzierung
- Ein Teil über eine niederländische Hypothek (z. B. 60 % des Kaufpreises)
- Rest durch Eigenkapital oder eine Schweizer Privatfinanzierung
- Wird von Steuerberatern oft als optimale Lösung empfohlen
Wichtig: Rechnen Sie in CHF/EUR um. Der Wechselkurs schwankt. Ein Absicherungsinstrument (Währungshedge) kann bei grösseren Darlehen sinnvoll sein – lassen Sie sich von einem unabhängigen Finanzberater mit Auslandserfahrung begleiten.
5. Beliebte Regionen – Wo sich der Kauf lohnt
Die Wahl der Region hängt stark von Ihrem Verwendungszweck ab – Eigennutzung, Ferienobjekt oder Kapitalanlage.
Amsterdam
- Höchste Preise, aber grösstes Wertsteigerungspotenzial
- Internationale Community – viele Expats, englischsprachig
- Kurzzeitvermietung eingeschränkt (Stadt braucht Genehmigung)
- Richtpreis: 5.500–7.500 €/m²
Rotterdam
- Aufstrebende Hafenstadt – modern, dynamisch, günstiger als Amsterdam
- Viele Neubauprojekte für Investoren
- Richtpreis: 3.800–4.800 €/m²
Utrecht
- Zentral gelegen, sehr gute Anbindung an Flughafen Schiphol
- Studentenstadt mit junger Bevölkerung
- Besonders geeignet für vermietete Objekte
- Richtpreis: 4.000–5.000 €/m²
Den Haag
- Regierungssitz, viele internationale Organisationen
- Stabiler Mietmarkt durch Diplomaten und Angestellte
- Richtpreis: 3.500–4.500 €/m²
Eindhoven
- Brainport-Region (Technologiezentrum, ASML, Philips)
- Überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum
- Noch vergleichsweise günstig – gut für Einstieger
- Richtpreis: 2.800–3.800 €/m²
Groningen
- Norden der Niederlande – ruhiger, günstiger
- Universität sorgt für stabile Nachfrage
- Für Ferienobjekte am Wattenmeer interessant
- Richtpreis: 2.500–3.500 €/m²
6. Schritt-für-Schritt: So läuft der Kauf ab
Hier der typische Ablauf aus Sicht eines Schweizer Käufers:
Schritt 1: Orientierung und Budgetplanung- Definieren Sie Ihr Budget inkl. Nebenkosten (10–15 % Aufschlag einplanen)
- Prüfen Sie die Finanzierungsoptionen (siehe Abschnitt 4)
- Beauftragen Sie einen auf Auslandsimmobilien spezialisierten Steuerberater
- Nutzen Sie Portale wie Funda.nl, Pararius.com oder Jaap.nl
- Filtern Sie nach "bestaande bouw" (Bestand) oder "nieuwbouw" (Neubau)
- Planen Sie einen Besichtigungstermin – am besten mehrere Objekte an einem Wochenende
- Ein eigener Makler (aankoopmakelaar) vertritt ausschliesslich Ihre Interessen
- Kosten: 1–2 % + MwSt., aber oft durch Preisverhandlung wieder hereingeholt
- Nach Einigung wird ein Kaufvertrag (koopovereenkomst) aufgesetzt
- Gesetzlich vorgeschriebene 3-tägige Bedenkzeit nach Vertragsunterzeichnung
- Danach geht der Vertrag zum Notar
- Der Notar beurkundet den Kauf und meldet Sie beim Kadaster an
- Nach etwa 6–8 Wochen sind Sie offiziell Eigentümer
- Sie erhalten eine Eigentumsurkunde (eigendomsakte)
- Gas, Wasser, Strom auf Ihren Namen anmelden
- Gemeindesteuern prüfen (OZB – Onroerendezaakbelasting)
- Gebäudeversicherung abschliessen (in NL obligatorisch)
7. Vermietung als Schweizer Eigentümer
Viele Schweizer kaufen in den Niederlanden, um die Immobilie zu vermieten. Dazu gibt es einige wichtige Regeln:
Mietrecht in den Niederlanden- Stark reguliert – besonders im unteren und mittleren Preissegment
- Das Woningwaarderingsstelsel (WWS) legt die maximal zulässige Miete für Sozial- und Mittelklassewohnungen fest
- Im Luxussegment (ab etwa 1.200 € Kaltmiete) sind Sie frei
- In den Niederlanden: Mieteinkünfte werden besteuert. Als ausländischer Eigentümer zahlen Sie Steuern auf die tatsächlichen Mieteinnahmen abzüglich Kosten
- In der Schweiz: Mieteinkünfte aus Auslandsimmobilien müssen in der Steuererklärung deklariert werden – das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und den Niederlanden regelt die Anrechnung
- Ein niederländischer Vermietungsmakler (Verhuurmakelaar) übernimmt Mieterauswahl, Verträge und Abrechnungen
- Eine jährliche Steuererklärung in den Niederlanden ist auch als ausländischer Vermieter Pflicht
- Bei Kurzzeitvermietung (Airbnb, Booking) brauchen viele Städte eine spezielle Genehmigung – besonders in Amsterdam streng reguliert
Empfehlung: Lassen Sie die steuerliche Optimierung von einem niederländisch-schweizerischen Steuerberater prüfen. Bei Vermietung fallen oft andere Regelungen an als bei Eigennutzung.
8. Vergleich Schweiz – Niederlande: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Kriterium | Schweiz | Niederlande |
| Durchschnittspreis (Büro/Altbau) | 7.000–12.000 CHF/m² | 3.000–6.500 €/m² |
| Übertragungssteuer | Kantonal unterschiedlich (0–3 %) | 2 % (Wohnen) |
| Notar | Nach Kanton (teilweise frei wählbar) | Zwingend, Notar prüft Grundbuch |
| Maklerprovision | Je nach Kanton (Käufer + Verkäufer) | 1–2 % + MwSt. (Käufer optional) |
| Hypothekenzins (2026) | 1,5–2,5 % (CHF) | 3,5–4,5 % (EUR) |
| Eigenkapitalanforderung | Mind. 20 % | Oft 20–30 % |
| Mietrecht | Weniger reguliert | Stark reguliert (WWS-Punkte) |
| Kauf durch Ausländer | Beschränkungen in einzelnen Kantonen | Keine Beschränkungen |
| Grundbuch | Kantonal geführt | Zentral (Kadaster) – öffentlich einsehbar |
| Sprache Kaufvertrag | Deutsch, Französisch, Italienisch | Niederländisch (Englisch/Deutsch möglich) |
Fazit: Lohnt sich der Immobilienkauf in den Niederlanden für Schweizer?
Ja – mit den richtigen Partnern an Ihrer Seite. Die Niederlande bieten einen transparenten, ausländerfreundlichen Markt mit stabilen Preisen und guter Rechtslage. Die kürzeren Distanzen zur Schweiz und die hervorragende Fluganbindung machen das Land besonders für Pendler oder Ferienimmobilienbesitzer attraktiv.
Unser Rat:1. Klären Sie die Finanzierung vor der Besichtigung
2. Holen Sie einen niederländischen Makler mit Auslandserfahrung an Bord
3. Beauftragen Sie einen Steuerberater, der beide Rechtssysteme kennt
4. Planen Sie genügend Zeit für Besichtigungen und Behördengänge ein
Mehr Infos zu Immobilienkauf im Ausland finden Sie in unserem Ratgeber Auslandsimmobilien kaufen: Leitfaden für Schweizer und der Übersicht Immobilien kaufen im Ausland – alle Länder im Vergleich.
Hilfreiche externe Quellen:- Kadaster (niederländisches Grundbuch) – öffentliche Grundbucheinsicht
- Schweizer Botschaft in Den Haag – Notar- und Anwaltsliste
- Nederlandse Vereniging van Makelaars (NVM) – Verband der Immobilienmakler
- Belastingdienst (niederländische Steuerverwaltung) – Steuerfragen zur Immobilie
Stand: Juli 2026. Alle Preis- und Steuerangaben ohne Gewähr. Bei konkreten Kaufvorhaben empfehlen wir eine individuelle Rechts- und Steuerberatung.